„Volker, mach mal langsam, wir haben noch 30 Sekunden“

Birresborn. Am gestrigen Samstag stand die Belehrung des Blocks März/April unter einem besonderen Motto. Rund 130 Schiedsrichter des Kreis Eifel versammelten sich im Gasthaus zur Krone in Birresborn um einem der erfolgreichsten Schiedsrichter des Kreises zuzuhören. Herbert Fandel referierte über Erlebnisse seiner aktiven Schiedsrichter-Karriere und gab den ein oder anderen Tipp an die jungen Kameraden ab.

Herbert Fandel, der 1979 in Sonnenhof in Bitburg-Matzen seine Schiedsrichter-Prüfung absolvierte, kann eine Karriere vorweisen, von der viele nur träumen können. 1995 stieg er in die 1. Bundesliga auf, drei Jahre später wurde er zum FIFA-Schiri ernannt. 2004 und 2006 leitete er das DFB-Pokal Finale in Berlin, 2007 das Champions League Finale und 2008 war er Schiedsrichter der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz.

Für ihn stand die Belehrung unter dem Fokus, einige Impulse und Erlebnisse der Vergangenheit mit den heimischen Kameraden zu teilen. In einer seiner Geschichten berichtet er aus den EM-Qualifikationsspiel zwischen Dänemark und Schweden. 89. Spielminute, Spielstand 3:3, bis dato ein ruhiges Spiel, indem keinerlei Kritik aufkam. Fandel berichtet: „Auf einmal merkte ich eine Vibration am Arm und ich wusste sofort, dass etwas passiert sein musste. Also ging ich rüber zu meinem Assistenten Volker Wezel. Der berichtete mir, dass der dänische Spieler Poulsen seinem Gegenspieler in die Magengrube geschlagen hatte. „

„Ich sagte daraufhin: ‚Volker, mach mal langsam, wir haben noch 30 Sekunden‘.“

Herbert Fandel über die Erlebnisse des EM-Quali Spiels Dänemark – Schweden

Fandel entschied daraufhin auf Strafstoß und Feldverweis – völlig richtige Entscheidung. Daraufhin jedoch geschah das Unfassbare. Ein dänischer Fan attackierte Fandel und traf diesem im Gesicht. Nach einer kurzen Beratung mit seinem SR-Team war klar, dass das Spiel abgebrochen werden muss.

Ein weiterer Aspekt, den Herbert Fandel ansprach, war die Kommunikation auf dem Platz und wie wichtig diese für jeden Schiedsrichter ist. Durch die Kommunikation und durch das Gefühl für die Balance von Strenge und Gelassenheit erhält man als Schiedsrichter die „Kompetenz ein Spiel zu leiten“.

Schiri Obmann Dieter Jardin überreicht Herbert Fandel einen Präsentkorb als Dankeschön.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei unserem Kameraden Herbert Fandel bedanken, dass er diese und weitere Einblicke mit den Schiedsrichtern des Kreis Eifel geteilt hat.


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